Erweiterung der Evangelischen Hochschule - Freiburg
Die Erweiterung der Hochschule wird als Chance verstanden, Alt- und Neunbau in einer neuen kompakten Gebäudestruktur miteinander zu verbinden.
Durch geringe Modifikationen im Grundriss des Bestandsgebäudes wird es möglich, das bestehende Foyer mit dem neuen Zugang von Süden zu verknüpfen und eine markante und angemessenen Eingangssituation über einen großen ebenerdigen Platz zu erzeugen.



Die Zufahrt zur Tiefgarage wird verlegt und erfolgt nun über die Nordseite. Die Gesamtstruktur aus Altbau und Anbau wird mit einer bedruckten Glasfassade umhüllt die der Hochschule ein neues zeitgemäßes unverwechselbares Erscheinungsbild gibt und gleichzeitig die Möglichkeit einer einfachen nachhaltigen energetischen Sanierung eröffnet. Entsprechend dieser bautypologischen Struktur ist ein gemeinsames energetisches Konzept für den Alt und Neubau entwickelt.


Hierbei wird die vorhanden thermisch getrennte Aluminiumfassade erhalten und die bestehenden Anschlüsse an die Ausbaumaterialien im Innenbereich können bestehen bleiben. Lediglich die Verglasung wird ausgetauscht und durch Isolierglasscheiben mit einem besseren U-Wert ersetzt.
Eine zusätzliche, vorgehängte Fassadenschicht (ESG/H, bedruckt) optimiert wie ein Wintergarten in energetischer Hinsicht die vorhandene Fassade. Im Zwischenraum befindet sich ein Gang zur Wartung und Reinigung.




Winterfall
Mittels einer Wärmepumpe wird der in der Doppelfassade erwärmten Luft (aus den Innenräumen) die Energie entzogen und der Heizungsanlage zugeführt. Ebenso wird die Luft über die Sonneneinstrahlung erwärmt und einem Wärmetauscher zugeführt.

Sommerfall
Durch gezielte Nutzung der Nachauskühlungsmöglichkeiten und der natürlichen Lüftung insbesondere auch bei ungünstigen Windverhältnissen können im Sommer die Spitzentemperaturen deutlich gesenkt werden. Die erwärmte Luft verlässt oben die Doppelfassade und dringt nicht ins Gebäude vor.
Die restliche Kühllast wird über Kühldecken in den einzelnen Räumen erbracht. Als Beheizungsart kommt eine Lüftungsanlage mit Erdwärmetauscher und Wärmerückgewinnung nach Passivhausstandard zum Einsatz. Für den Aufheiz- und Nachheizbedarf wird die Wärmepumpe der Fassadenanlage eingesetzt.

Realisierungswettbewerb: 2009
Aufgabe: Erweiterung der Evangelischen Hochschule
Auslober: Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe,
Standort: Freiburg
Haustechnik: S&K Ingenieurbüro, Schefflenz
Fotos/Animationen: netzwerkarchitekten
