Behindertenwerkstatt - Lorsch
Das heterogene Raumprogramm des Werkstättengebäudes wird in einer einfachen und nachvollziehbaren Form mit starker Identität gefasst. Ziel ist es, den im Gebäude arbeitenden Menschen durch eine übersichtliche und intuitiv rasch begreifbare Struktur ein Empfinden von Sicherheit auf der Grundlage einfacher Orientierung zu vermitteln. Das Gebäude entspricht dem Bild einer flachen Röhre, in der durch senkrecht „gestanzte“ Hofeinschnitte einzelne Bereiche Gebildet werden.


Die Röhre wird durch eine zentrale Begegnungsachse erschlossen entlang der die einzelnen Funktionsbereiche des Werkstattgebäudes angebunden sind - voneinader getrennt durch grüne Höfe, die bis in die Begnungsachse greifen, diese belichten, zonieren und Orientierung durch die ständige Wahrnehmbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Gebäudefigur schaffen. Die Hofeinschnitte verknüpfen als gemeinsamer Bezugsraum die jeweils angrenzenden Arbeitsbereiche. Sie funktionieren als vermittelnde Schnittstellen zur Umgebung und stellen zudem neben der zentralen Achse im Innenbereich ein entsprechendes außenräumliches Angebot für die Begegnung der in den unterschiedlichen Bereichen arbeitenden Menschen dar.




Auf der Schnittstelle zwischen zentraler Begegnungsachse und den unterschiedlichen Funktionsbereichen sind die funktionsbezogenen Nebenräume in gestreckten Raumzellen angeordnet. Die Oberfläche der monolithischen Röhre des Werkstattgebäudes wird durch Einlegen von Matritzen auf den frischen Beton mit einem floralen Muster versehen, die Schnittkanten bleiben glatt geschalt. Innenseitig wird das Gebäude mit perforierten Gipsfaserplatten ausgekleidet. Das florale Motiv kehrt hierdurch auf der Röhreninnenseite wieder.

Die Wandbekleidung geht der Röhre entsprechend in eine abgehängte Decke über. Im Zwischenraum zur Betonsschale werden Installationen geführt und die Beleuchtung installiert, sodass die Perforation bei eingeschaltetem Licht zu leuchten beginnt.



Realisierungswettbewerb: 2006
Aufgabe: Neubau eines Werkstattgebäudes für behinderte Menschen in Lorsch
Auslober: Behindertenhilfe Bergstraße GmbH
Umfang: NF 2560 qm
Standort: Lorsch
Tragwerk: Alexander Hentschel, Dr. Kreutz und Partner, Nürnberg
Animationen: netzwerkarchitekten, Darmstadt
Mitarbeit: Isabell Richter, Niklas Storch
