Haltestelle Konstablerwache – Frankfurt
Johann Wolfgang von Goethe:
"Der Baum ist breit, mein Freund, der Schatten gibt
Und keiner braucht den andern zu verdrängen"


Prominent, am Schnittpunkt zwischen Kurt-Schumacher-Straße, der baumumstandenen Platzfläche der Konstablerwache und der grünen Zeil, liegt die Haltestelle Konstablerwache. Die Kurt-Schumacher-Straße ist in ihrem Querschnittsaufbau durch die Ausbildung einer mittigen ÖPNV-Trasse gekennzeichnet. Charakteristisches Merkmal sind die zwei Baumreihen, die die ÖPNV-Trasse flankieren und auf beiden Seiten von dem Individualverkehr trennen.




Die Haltestelle Konstablerwache ergänzt die stadträumliche Qualität dieser grünen Achse. Der Entwurfsansatz abstrahiert die grafische Schönheit von Baumstrukturen und entwickelt aus diesem Gedanken eine dreidimensionale Tragstruktur. Bei Sonnenlicht entsteht durch das grün eingefärbte Wetterschutzdach eine entsprechende Lichtfärbung auf den Bahnsteigen, die durch das Schattenbild der baumartigen Tragwerksstruktur reizvoll überlagert wird. Mit dem Tagesverlauf wandert das Schattenbild und verändert seine grafische Wirkung je nach Sonnenstand.



Die geplante Konstruktion ist eine aus Flachstählen zusammen geschweißte, verzweigte Baumstruktur, die den Wartebereich mit einem ca. 2,4m breiten Dach überkragt. Die Vernetzung der stählernen "Äste" erzeugt einen horizontalen Dachrost mit Scheibenwirkung. Die "Äste" werden in den vertikalen Bereichen gebündelt und bilden somit die "Stämme". Die horizontale Aussteifung in Längsrichtung erfolgt über die diagonale Vernetzung der Flachstähle.
Die Stahlkonstruktion wird hierbei in Teilabschnitten vorgefertigt und vor Ort an vordefinierten Stößen miteinander verbunden. Eine im Dach grün eingefärbte Glaseindeckung umhüllt die Stahlkonstruktion und ist punktuell mit den Flachstählen verbunden.

Die Beleuchtung erfolgt über robuste Kunststoffrohrleuchten, in allseitig transluzenter Ausführung. Die Leuchten sind an der perforierten Stahlkonstruktion der "Dachäste" befestigt und folgen den variierenden Richtungen. Damit wird die notwendige Beleuchtungsstärke an der Bahnsteigkante gewährleistet und gleichzeitig entsteht ein gestaltprägendes Nachtbild der Haltestelle im Stadtraum.



Verfahrensart: Entwurfsstudie 2010, 3 Teilnehmer
Status: fortlaufend
Verfasser: netzwerkarchitekten
Aufgabe: Neubau Wartehallen mit Bahnsteigausstattung
Auftraggeber: VerkehrsGesellschaft Frankfurt am Main
Standort: Konstablerwache, Frankfurt
Tragwerk: Bollinger und Grohmann, Frankfurt
Renderings: netzwerkarchitekten
