Hauptbahnhof - Rostock
Nach dem Abschluss der Modernisierung ist der Hauptbahnhof Rostock das neue Umsteigezentrum für den Personenverkehr. Hier fließen der Straßenbahn-, der Bus- sowie der Individualverkehr mit dem Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn zusammen. Durch die Baumaßnahmen ist das Umsteigen für die Reisenden erheblich leichter geworden.


Im oberen Bereich des Hauptbahnhofs wurden zwei vollkommen neue Zugangsgebäude errichtet: das Nordempfangsgebäude, als Übergang vom Fußgängertunnel zum bestehenden Vorempfangsgebäude, und das Mittelempfangsgebäude. Unter dem Bahnhof wurden zwei neue Ebenen gebaut. Auf der untersten Ebene befindet sich die neue Straßenbahnhaltestelle.

Die Ebene darüber dient als Verteilerebene zu den neu hergestellten Deutsche Bahn-Gleisen, die auf Erdgeschossniveau liegen. Die Verteilerebene verbindet darüber hinaus das Stadtzentrum mit der Südstadt. Die Planung sah vor, ein Maximum an natürlichem Tageslicht in die unterirdischen Bereiche zu leiten. Die Bahnsteige wurden perforiert und mit einer begehbaren Verglasung ausgestattet. Unter dem Mittelempfangsgebäude wurde ein durchgängiger Luftraum geschaffen, der die räumliche Beziehung von der Straßenbahnhaltestelle über die Verteilerebene bis zum Bahnsteigniveau der Deutschen Bahn herstellt.



Diese „Lichtfalle“ dient den Reisenden zur Orientierung. Das einfallende natürliche Tageslicht wirkt der sonst häufig bedrückenden Atmosphäre unterirdischer Verkehrsanlagen entgegen. Beim Innenausbau wurde eine Identität stiftende Materialität und Farbigkeit gewählt, da die Verteilerebene und die Straßenbahnhaltestelle sowohl in funktionaler als auch in räumlicher Hinsicht ein zusammenhängendes Gebilde darstellen. Auch die weit in den Stadtraum reichenden Rampenbauwerke der Straßenbahn wurden in das Gestaltungskonzept integriert.



Aufgabe: Um- und Neubau Hauptbahnhof Rostock
Bauherr: DB Station&Service AG und Rostocker Straßenbahn AG
Umfang: Neubau Mittel- und Nordempfangsgebäude, baugestalterischer Entwurf der unterirdischen Verteilerebene, der unterirdischen Straßenbahnhaltestelle und der Rampen- und Trogbauwerke
Standort: Hansestadt Rostock
Planungsbeginn: 1999
Baubeginn: 2001
Fertigstellung: 2003
Ingenieurbauwerk: BPI-Consult GmbH, Schwerin
Fotos: Jörg Hempel Photodesign, Aachen
